Elfer brechen Nienburg das Genick

Schlimmer hätte es für den FSV Nienburg im Stadion der Einheit nicht kommen können.
Zwei Elfmeterentscheidungen brachen dem neuen Landesligisten früh das Genick. Bereits nach zehn Minuten lag die Mannschaft von Torsten Brinkmann mit 0 : 2 zurück, womit das Konzept Konter natürlich nicht aufgehen konnte. letztlich gewann der SV 09 Staßfurt die Auftaktpartie vor rund 150 Zuschauern mit 3 : 1. Den Ehrentreffer erzielte Sebastian Trensinger kurz vor Schluß (86.).
Nienburgs Trainer war unmittelbar nach dem Derby enttäuscht. Wir hätten den Gegner durchaus schlagen können, wenn wir nicht so früh in Rückstand geraten wären, sagt Brinkmann, der die Schiedsrichter mit in die Verantwortung nahm. “ Der erste Elfer geht in Ordnung. Beim Zweiten wäre ein wenig mehr Fingerspitzengefühl besser gewesen”. In der Tat zeigte Marco Uhlmann
( Welsleben ) nach einem Foul von Sebastian Burchardt zu Recht auf den Punkt.
Staßfurts Kapitän Jens Liensdorf verwandelte den ersten Strafstoß zum 1 : 0 ebenso sicher wie den Zweiten zum 2 : 0. Vorrausgegangen war beim zweiten Tor ein verunglückter Abwehrversuch von Thomas Wittchen, der über den Ball schlug und diesen an die Hand bekam.

Diese Aktion passte ins Bild. Denn ähnlich unglücklich wirkten in Halbzeit eins die Bemühungen der Nienburger. Meist kamen aus dem Mittelfeld heraus die langen Bälle in die Spitze, allerdings stand Trensinger häufig einen Schritt zu weit vorn. Die Viererkette der Staßfurter ließ auch sonst wenig zu. Nur Sven Goldhorn auf der linken Seite schaffte es nicht selten in den Rücken des 09er Verbundes. “Es war einfach zu wenig Bewegung im Spiel “, erklärte Brinkmann, der noch weiter ging. “Einige meiner Spieler traten ziemlich arrogant auf.” Neben dieser Arroganz fehlte vorallem
die zündende Idee von Tobias Donath, der die kreative Rolle im Mittelfeld übernahm.
Während Trensinger zumindest dreimal den Anschluss auf dem Kopf beziehungsweise Fuß hatte ( 18., 30., 44. ), lief Alexander Weilbeer dem Ball nur hinterher. Mit dem dritten Treffer - schön vorbereitet von Marcel Mähnert und einfach verwandelt von Marcus Müller - zum 3 : 0
( 41. ) war der Wille der FSV gebrochen. Denn nach dem Wechsel herrschte im 09 er-Strafraum weitgehend Leere. Erst eine technisch gute Aktion von Goldhorn brachte Staßfurts Keeper Tobias Witte zum ersten Mal in Verlegenheit. Er behielt beim Schussversuch aus spitzem Winkel allerdings ebenso die Oberhand wie schon in Durchgang eins bei den Versuchen von Trensinger.
Auf der Gegenseite ging das Team von Rene Schulze jedoch leichtfertig mit den Chancen um.
Nach der gelb-roten Karte von Tim Pülicher (75.), dessen wiederholtes Foulspiel gleichzeitig den dritten Elfer zur Folge hatte, machten die Staßfurter zu wenig aus der Überzahl. “ Wichtig war, dass wir die Heimpremiere gewonnen haben. Das ist gut für das Selbstvertrauen, auch wenn ich mir ein wenig mehr von Nienburg erwartet hatte”, erklärte der 09 Trainer, der trotz des Sieges eine Steigerung am Wochenende erwartet. Auf eine Steigerung hofft auch Brinkmann, wenn gleich sich die personelle Situation nicht deutlich verbessern wird. Wie Mario Thiele, Abteilungsleiter beim FSV , am Rande erklärte, haben die Gespräche mit Matthias Krug nichts gebracht. Hinzu kommt eine Verletzung von Stefan Martens.

Aufstellung von Nienburg - Zellmer - Burchardt, Wittchen, Martens ( 46.Schröter ), Maier, Donath,
                       Trensinger, Goldhorn, Schulze, Weilbeer ( 78. Brösel ), Pülicher

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